Kreisverband

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Wer ist die AWO im Kreis Heidenheim?

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Marie Juchacz

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das Elend in vielen Arbeiterfamilien unsagbar groß. Mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 waren neue soziale Notstände aufgebrochen und zur Massennot eskaliert. Die Menschen waren unterernährt, viele Kinder starben in den ersten Lebensjahren. Während kirchliche Hilfswerke sich um die Notleidenden kümmerten, sah sich die organisierte Arbeiterschaft von Niemandem vertreten. Marie Jucharz, Reichstagsabgeordnete der SPD, sorgte dafür, dass 1919 im Parteiausschuss der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) die Gründung eines „Hauptausschusses für Arbeiterwohlfahrt“ zugestimmt wurde. Ziel war die Mitwirkung der Arbeiterwohlfahrt (AWO) bei der Wohlfahrtspflege und die Berücksichtigung der spezifischen Interessen der Arbeiterschaft.

Schon 1925 führt die AWO in Heidenheim ihre erste Kinderfreizeit durch. Gerne wurde das Angebot angenommen, auch wenn es zu dieser Zeit in erster Linie darum ging, dass die teilnehmenden Kinder genug zu Essen hatten.

1933 wurde die AWO als einziger Wohlfahrtsverband von den Nazis verboten, ihr Vermögen gestohlen, die Männer und Frauen der AWO verfolgt und in den Konzentrationslagern eingekerkert. Josef Märkel, langjähriger Vorsitzender der AWO Heidenheim und ehrenamtlicher sozialdemokratischer Bürgermeister von Rupersdorf/Sudetenland, wurde von 1938 bis 1944 im Konzentrationslager Theresienstadt gefangen gehalten. 1946 wurde er, wie zahlreiche andere AWO-Mitglieder, aus ihrer Heimat vertrieben, obwohl sie eindeutige Gegner der Nazis gewesen waren.

Joseph Märkel

1945, am Ende der faschistischen Barbarei, waren viele Funktionäre der AWO tot oder in alle Winde verstreut.

Doch schon 1946 wurde die AWO in Hannover als selbstständiger Verband neu gegründet, dessen Willensbildung von den Mitgliedern ausgeht. In Heidenheim wurde die AWO am 21. Februar 1947 im Gasthof Waldhorn neu gegründet.

Schon 1947 wird die erste Kinderfreizeit von der AWO in Heidenheim im Naturfreundehaus Hahnenschnabel durchgeführt. Im gleichen Jahr wird eine Nähstube eingerichtet.

In den 50er Jahren bekam die AWO in Heidenheim großen Zulauf und hatte über 500 Mitglieder, dabei viele ehemalige Flüchtlinge, die vor allem aus dem Sudetenland kamen. Herausragende Persönlichkeiten waren Josef Märkel, Hugo Künzel und Marta (Martl) Schulz. 1960 wurde das Josef Märkel Heim in Schnaitheim, das zum großen Teil in Eigenarbeit gebaut wurde, fertig gestellt. In diesem Haus wurden bis im Jahr 1997 die AWO-Kinderfreizeiten durchgeführt. Auch zahlreiche Veranstaltungen fanden in diesem Haus statt.

Bis im Jahr 1983 wurden sämtliche Arbeiten und Veranstaltungen, die die AWO in Heidenheim angeboten hat, ausschließlich ehrenamtlich durchgeführt. 1983 wurde mit Andreas Strobel der erste hauptamtliche Geschäftsführer vom AWO-Bezirksverband eingestellt. Unter seiner Führung wurden die ersten sozialen Angebote, wie die mobilen sozialen Dienste, aufgebaut. 1986 folgte das Projekt Arbeiten und Lernen für arbeitslose Jugendliche.

1986 wird der AWO-Kreisverband Heidenheim e.V. gegründet. Wolfgang Staiger ist sein erster Vorsitzender

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Wolfgang Staiger
Wolfgang Staiger

1990 wird die erste Beschäftigungsinitiative in Zusammenarbeit mit der Arbeitsverwaltung und dem Landkreis Heidenheim gegründet. Aus dieser Initiative ging die heutige AWO-Werkstatt in Heidenheim und Giengen hervor. 1992 beschließt der Gemeinderat der Stadt Heidenheim, dass das neue Altenzentrum in der Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt geführt wird.

Eugen Loderer
Eugen Loderer

Es trägt seit 1996 den Namen des ehemaligen Heidenheimer Ehrenbürgers Eugen Loderer. Heute betreibt die AWO 5 unterschiedlich große Pflegeeinrichtungen im Landkreis Heidenheim.

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Stefan Oetzel

2001 wird Stefan Oetzel Vorsitzender des AWO-Kreisverbandes nach. Er führt den Kreisverband bis heute.

Die AWO im Kreis Heidenheim bewegt sich in vielen Bereichen der sozialen Arbeit, von der großen stationären Pflegeeinrichtung bis zum zeitlich befristeten, kleinen sozialen Projekt, das nur wenige Monate arbeitet.

Die vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen aus den unterschiedlichsten Fachbereichen und Berufen, alle arbeiten sie am Leitbild der AWO, das schon im letzten Jahrhundert von der Gründerin der AWO, Marie Jucharcz formuliert worden ist:

Mitleid und Almosen wollen wir nicht, sondern helfende Solidarität.“

Diese Botschaft ist auch heute aktueller denn je.

Auf der Grundlage von Freiheit, Solidarität, Gerechtigkeit und Toleranz hilft die AWO im Haupt- und Ehrenamt so gut wie sie das kann.

 

AWO Heidenheim in Zahlen

Stand 2015:

475 Mitglieder

3 Ortsvereine

1 Stützpunkt

65 ehrenamtliche MitarbeiterInnen

8 Honorarkräfte

378 Beschäftigte, davon:

30 Auszubildende

1 DH Student

30 geringfügig Beschäftigte

2 HelferInnen im FSJ