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Integration durch Sport

Unter dem Namen “Schlau und couragiert- Gewalt verliert” startete die AWO ein Projekt, welches zunächst widersprüchliches vereinte: Kampfsport als Anti-Agressions-Training in einem Stadtteil, der durch seinen hohen Migrationsanteil mit negativen Vorurteilen belegt war, hat sich jedoch für die Jugendlichen aus dem Stadtteil der “Memminger Wanne” in Giengen als ein Glückgriff erwiesen. Zwischenzeitlich wurde das Projekt noch um den Bereich „Ethno-Dance“ erweitert, in dem sich vor allem weibliche Bewohnerinnen Giengens tanzend mit verschiedenen Kulturen und Kulturbegriffen auseinandersetzen können.

Ein hoher Anteil an Zugezogenen aus Gebieten der ehemaligen Sowjetunion und die häufig spürbare Kulturbarriere sorgten und sorgen dafür, dass die Menschen dort mit hohen Integrationshürden zu kämpfen haben; Sport als universelle Sprache hilft, diese Herausforderungen gemeinsam zu meistern.

Teilnehmerin des Ethno Dance Kurses in ihrem Tanz Outfit.

 

Angebot

Zum Angebot des Projektes zählen neben dem Sambotraining („Sambo-Kids“) auch eine Tanzgruppe („Ethno-Dance“). Damit soll das Projekt allen jungen Menschen mit Migrationsgeschichte einen niederschwelligen Anknüpfungspunkt für eine gelungene Integration bieten.

 

Film

Unter dem Titel „Integration durch Kampfsport“ wurde von Frank Bollen und Alexander Klarmann gemeinsam mit der AWO Heidenheim eine Dokumentation über die Situation in der Memminger Wanne und die Arbeit der Arbeiterwohlfahrt im Projekt „Schlau und couragiert- Gewalt verliert“ gedreht.

 

Warum Sambo?

Die hierzulande unbekannte Kampfsportart “Sambo” ist eine russische Kampfkunst, die für den russischen Begriff: „Samosaschita bes oruschija“, übersetzt „Selbstverteidigung ohne Waffen“ steht. Im Kulturkreis der ehemaligen Sowjetunion besitzt Sambo eine ähnlich starke Anziehungskraft wie hierzulande der Fußball und macht es für die Kinder und Teenager mit russlanddeutschen Wurzeln zu einem wichtigen Identifikationselement. Viele Elemente und Techniken im Sport-Sambo erinnern an eine  Mischung aus Judo und Ringen. “Combat Sambo“ ist eine weitere Version der Kampfkunst mit sowjetischen Wurzeln, bei der zusätzlich Schlag- und Kicktechniken zum Einsatz kommen. Sambo ist eine anerkannte Sportart, die in nationalen und internationalen Verbänden organisiert ist. Sambo eignet sich für Jungen und Mädchen ab einem frühen Alter. Es fördert Eigenschaften wie Selbstbewusstsein, Fairness, körperliche und geistige Stärke, Ausdauer, Schnelligkeit und Koordination.

Eine Teilnehmerin des Sambo Kurses wirft einen anderen Teilnehmer auf den Boden.

 

Erfolge

Die sportliche Betätigung der jugendlichen Projektteilnehmer richtet ihre Aggressionen in geregelte Bahnen und verhindert somit, dass diese zu anderen Gelegenheiten über die Stränge schlagen. Der Ehrgeiz der Jugendlichen wird geweckt und für ein sportliches Ziel verwendet. Neben der Besserung des allgemeinen Rufs wird aus dem familiären und schulischen Umfeld immer wieder auch von verbesserten schulischen Leistungen einem umgänglicheren Sozialverhalten berichtet.   Die Jugendlichen betätigen sich nach langer Teilnahme selbst ehrenamtlich und qualifizieren sich mit dem Erwerb einer Trainerlizenz als Übungsleiter.

Ein Junge hebt zwei Autoreifen hoch.

 

Kooperationen

Die Trainings werden teilweise in Kooperation mit örtlichen Sportvereinen durchgeführt, beispielsweise der TSG Giengen (Abteilung Boxen) und dem HSB (Abteilung Sambo). Zu den Erfolgen der Zusammenarbeit zählt zum Beispiel der Einstieg der Projektteilnehmer in den regulären Vereinsbetrieb, in welchem sie nach dem Erwerb der Lizenz sogar ehrenamtliche Trainertätigkeiten übernehmen.

 

Förderung

Drei Jahre lang wurde das Projekt „Schlau und couragiert – Gewalt verliert“ aus Fördermitteln des Innenministeriums und des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge finanziert.
Inzwischen fördern der Landkreis Heidenheim, die Stadt Giengen und die AWO Heidenheim gemeinsam das Projekt weiter.

Logo: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

 

Trainingszeiten

Trainiert wird in der Heidenheim Straße 49 in 89537 Giengen. Die Räumlichkeiten wurden speziell für dieses Projekt mit Trainingsgeräten ausgestattet. Auch ein Boxring wurde hier aufgebaut. Die Trainingszeiten in Giengen finden sie hier:

  • Ethno-Dance: Montag und Mittwoch, 15:00 bis 17:00
  • Sambo-Kids:   Montag und Mittwoch, 17:00 bis 21:00
  • … so wie weitere Termine (z.B: Auftritte, Feste, Ausflüge, etc.)

 

Zwei Jungen üben miteinander das Boxen in einem Kampfsport Kurs.

Eduard Marker

Heidenheimer Straße 49
89537 Giengen

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